Fang bitte an!

Das Bild zeigt das Logo des Projekts Hör' zu Deutschland! Es ist eine Scheibe einer Wassermelone und darunter der Name des Projekts
Hör zu, Deutschland
Fang bitte an!
Loading
/

Ich verrate dir mal was: Auch ich gehöre zu jenen, die erst spät dazu gekommen sind. Ich habe erst Ende 2024 angefangen mich mit dem was in Gaza passiert zu befassen. Und soll ich dir noch was verraten? Niemand fragt danach. Es hat absolut nie auch nur eine Person interessiert, seit wann ich mich für Palästina einsetze. Nie. Meine Erfahrung ist statt dessen die, dass Gleichgesinnte um jede:n einzelne:n froh sind, die sich für Menschenrechte einsetzen. Egal wie immer das auch aussehen mag. Egal seit wann das der Fall ist.

Es ist nie zu spät für Menschenrechte und Gerechtigkeit aufzustehen. Du wirst immer Leute finden, die dir die Hand reichen, wenn du dich dafür öffnest. Bevor ich anfing mich offen für Palästina auszusprechen, habe ich mich erstmal informiert. NICHT bei den öffentlich-rechtlichen Medien, weil der Abgrund zwischen dem, was ich dort gelesen habe und dem, was ich auf Profilen von Palästinenser:innen in Gaza sah, viel zu heftig war. Was immer ich an Inhalten konsumiere, ich verlasse mich auf meinen gesunden Menschenverstand und mein Gefühl.

Man muss auch nicht die gesamte Geschichte Israels und/oder Palästinas verstehen oder kennen, um zu wissen, dass dort gerade Gesetze gebrochen und Menschenrechte verletzt werden. Was gerade in Gaza geschieht ist ein Genozid. Anfangs hab ich mich nicht mal getraut dieses Wort zu benutzen und jedes Mal, wenn es hier und da in den sozialen Medien geschrieben stand, hielt ich kurz den Atem an. Und hab mich weiter informiert. Schritt für Schritt. Zu sagen, es sei kompliziert ist eine Ausrede.

Wovor hast du Angst? Was hält dich zurück? Du musst nicht offen darüber reden, auf Demos oder Kundgebungen gehen. Du darfst erstmal ganz nur für dich herausfinden, was gerade wirklich passiert. Aktivismus hat viele Formen und für uns alle ist was dabei. Mich wirst du eher nicht auf Demos sehen. Aber ich spende an Familien in Gaza, zu denen ich dank sozialer Netzwerke Kontakt aufgenommen und Vertrauen gewonnen habe. Wenn man keine finanzielle Unterstützung leisten kann oder will, gibt es Alternativen. Ich schreibe außerdem Mails an Abgeordnete und Medienhäuser.

Das kostet keinen Cent und Mails an Politiker kannst du sogar über die Kontaktformulare der Homepage der Regierung anonym versenden, wenn du für den Anfang lieber nicht gleich deinen Namen preisgeben willst. Es muss auch niemand mitbekommen, dass du Produkte aus Israel boykottierst, wenn du auf alternative Angebote umsteigst.

Egal mit was du beginnst, oder wann du beginnst, mach es einfach. Fang an. Irgendwo. Es muss nicht perfekt sein. Du darfst dich für den Weg entscheiden, der mit dir und deinen Werten, deiner Art und deinem Wesen im Einklang ist. Da draußen gibt es garantiert weitere Menschen, die denken und fühlen wie du. Aktivismus muss nicht laut sein. Egal wie du dich für Palästina einsetzt, du wirst Menschen treffen, die dankbar dafür sind! Die dankbar dafür sind, dass du da bist und jene unterstützt, die unsere Stimmen gerade dringend brauchen. Jede Stimme zählt. Deine auch. Egal wie laut oder leise sie sein mag. Egal seit wann du sie für Palästina hörbar machst.

Es ist nie zu spät sich für Menschenrechte und Gerechtigkeit auszusprechen. Wenn du es bis jetzt nicht getan hast, dann darfst du jetzt und jederzeit damit anfangen. Mach es aus Überzeugung für eine gerechte Sache einzustehen. Es wird niemanden interessieren seit wann du das tust. Hauptsache du bist jetzt dabei.

Yalla Habibi, lass uns loslegen und gemeinsam die Welt zu einer besseren machen!


Ein Appell von Mandy Hartmann aus Heidelberg