Stell dir vor, es ist dein Kind.
Elf Jahre alt.
Liebt es, im Regen zu tanzen.
Doch plötzlich – nur noch Staub und Schreie.
Nur noch Stille.
Hör zu, Deutschland – es ist dein Kind.
In Gaza starb Yaqeen Hammad, elf Jahre alt.
Ein Mädchen mit einem Lachen, das ansteckend war.
Sie half anderen Kindern,
teilte kleine Videos voller Hoffnung.
Ein Luftschlag beendete ihr Leben.
Als wäre sie nur ein Schatten gewesen.
Hör zu, Deutschland – es ist unser Kind.
Die Al‑Najjar‑Kinder – neun von zehn –
zwischen sieben Monaten und zwölf Jahren.
Alle getötet in einem Luftangriff auf ihr Zuhause.
Ihre Mutter, Dr. Alaa Al‑Najjar, eine Kinderärztin,
war im Krankenhaus im Dienst, als die Bomben fielen.
Sie eilte zurück –
nicht mehr, um zu retten,
sondern um ihre eigenen Kinder zu bergen.
Neun kleine Körper,
die sie sonst mit Stethoskop und sanften Händen untersucht hatte,
musste sie in Tücher hüllen.
Sie musste ihre eigenen Kinder beerdigen.
Ihr Mann, Dr. Hamdi,
wurde auf dem Weg zu ihr ebenfalls getroffen.
Er starb an seinen Verletzungen, nur wenige Tage später.
Nun war sie ganz allein in der schwersten Zeit
Nur der elfjährige Adam blieb – schwer verletzt,
mit einer Lücke im Leben,
so groß wie eine ganze Familie.
Hör zu, Deutschland – es ist dein Kind.
Mehr als 50 000 Kinder in Gaza
wurden getötet oder verletzt.
Eine Zahl, die man nicht fassen kann.
Eine Zahl, die man in Deutschland
nicht einmal zu Ende hören könnte,
wenn es unsere Kinder wären.
Doch in Gaza fällt die Welt nicht in Ohnmacht.
Sie fällt einfach. Jeden Tag.
Hier sind es nicht Einzelschicksale, sondern Massengräber.
Zerbombte Schulhöfe.
Brennende Trümmer.
Und ihre Geschichten* –
sie werden in der Welt zu wenig gehört.
Hör zu, Deutschland – es ist unser Kind.
Hier wären es Gesichter auf Titelseiten.
Dort sind es Zahlen in einer Statistik.
Hier würden wir sagen: „Unverzeihlich.”
Dort sagen wir: „Es ist kompliziert.”
Hör zu, Deutschland.
Diese Kinder hatten Namen.
Yaqeen.
Adam.
Die Al‑Najjar‑Geschwister.
Sie waren echt.
Sie waren du.
Sie waren wir.
Hör zu, Deutschland – es ist dein Kind.
Hör zu, Deutschland.
Informiere dich. Sprich darüber.
Setz dich ein für ein sofortiges Ende der Gewalt in Gaza.
Solidarität beginnt mit uns
Gedicht von Marion, Fleischereifachverkäuferin aus Trier
Geselen von Julia Neumann
Quellen
Dr. Alaa Al‑Najjar, Kinderärztin, war im Krankenhaus im Dienst, als der Angriff stattfand. Sie musste ihre neun eigenen Kinder beerdigen, die bei dem Luftangriff getötet wurden. Ihr Mann, Dr. Hamdi, starb wenige Tage später an seinen Verletzungen.
https://www.theguardian.com/world/2025/may/25/gaza-doctor-last-goodbye-nine-children-killed-airstrike
Laut UNICEF sind (Stand Mai 2025) mehr als 50 000 Kinder in Gaza getötet oder verletzt worden.
https://www.unicef.de/informieren/aktuelles/presse/-/gazastreifen-mehr-als-50-000-kinder-getoetet-oder-verletzt/375670
Die elfjährige Schülerin Yaqeen Hammad wurde in mehreren Berichten als eines der vielen getöteten Kinder erwähnt.
https://www.theguardian.com/us-news/2025/may/27/gaza-influencer-killed-first-thing