War ich Komplize?

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War ich Komplize?
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Gerade ist es en vogue, Israels Völkerrechtsbruch und den Genozid an Palästinensern endlich beim Namen zu nennen; auch von jenen, die zuvor geschwiegen, gebremst oder sabotiert haben. 

Der folgende Zehn-Punkte-Plan „War ich Komplize?” ist eine Handreichung an all jene mit später Einsicht oder für solche, die es diesmal besser machen wollen. Die Idee für diese Handreichung entstand durch einen Austausch mit @heimaten

1. Sag öffentlich, dass du geschwiegen hast.

→ Kein Rumgeeiere à la “Ich wusste nicht genug.” Sag: “Ich war still, obwohl ich hätte sprechen sollen.”

2. Erkenne deine aktive oder passive Rolle an.

→ Wenn du mitgeholfen hast, andere zu diffamieren, dann sag das. Ohne “Aber”.

3. Entschuldige dich bei konkreten Menschen. Persönlich. Öffentlich.

→ Wenn du jemanden gecancelt, diffamiert oder ignoriert hast: Ruf sie an. Schreib ihnen. Poste ein Statement.

4. Repariere, was du kannst.

→ Biete Menschen, die gecancelt wurden, deine Plattform, dein Netzwerk, deine Reichweite an.

5. Lerne dazu – aus palästinensischen Quellen.

→ Lies‘ palästinensische Stimmen. Bücher. Blogs. Schau Filme. Hör‘ Podcasts.

6. Setz dich für Rehabilitierung ein.

→ Unterzeichne Petitionen zur Rückgabe von Jobs, Preisen, Lehraufträgen, die entzogen wurden.

7. Organisiere oder unterstütze Spendenaktionen für Gazas Wiederaufbau.

→ Worte sind nett, Hilfe ist besser. Suche seriöse palästinensische NGOs.

8. Engagiere dich für freie Meinungsäußerung 

→ Mach dich stark gegen Repression, Maulverbote, Antisemitismus-Vorwürfe als Waffe.

9. Sprich mit anderen Liberalen. Fordere ihre Selbstkritik.

→ Bildet Lesekreise, die von selektiver Wahrnehmung befreien.

10. Vergiss nie, dass du zu spät warst.

→ Das ist keine Schuld, die man einfach abstreifen kann. Aber man kann Verantwortung übernehmen.


“War ich Komplize?” – Ein 10-Punkte-Plan als Handreichung von Ramis Örlü, Professor für Strömungsmechanik @prof_turbulence

Gelesen von Jill Cebeli